166 das Erröthen des Mädchens, es war das Beben, das
ihren ganzen Körper bewegte, es war das Sprühen
ihrer gewöhnlich ſo ſanften, ſo ruhigen, und nun ſo funkelnden Augen.
Er ſah auch nicht ſo genau, wer der Reiter war, um ſeine Züge zu unterſcheiden. Doch da er an ſeiner Tournure, an ſeinem Jagdrock von grünem Sammet, an ſeinem Hut mit breiter Rundſchnur, an ſeiner freien und anmuthigen Kopfhaltung erkannte, daß er der höchſten Klaſſe der Geellſchaft angehören mußte, ſo richtete ſich ſein Geiſt ſogleich auf den hüb ſchen jungen Mann, auf den ſchönen Tänzer von Villers⸗Cotterets zurück. Sein Herz, ſein Mund, alle ſeine Fibern beb en zugleich und murmelten den Namen von Iſivor von Charny.
Er war es in der That.
Pitou ſtieß einen Seufzer aus, der einem Gebrülle glich, drang abermals in das Geſtrüppe und gelangte bis auf eine Entfernung von zwanzig Schritten zu den jungen Leuten, welche indeſſen zu ſehr auf einander auf⸗ merkſam waren, um ſich darum zu bekümmern, ob das Ge⸗ räuſch, das ſie hörten, von einem vierfußigen oder einem zweifüßigen Thiere herrührte.
Der junge Mann drehte ſich indeſſen gegen Piton um, erhob ſich auf dem Steigbügel und ſchaute mit einem unbeſtimmten Blicke umber; doch um der For⸗ ſchung zu entgehen, waſf ſich Piton ſogleich auf den Bauch und drückte das Geſicht gegen die Erde.
Dann kroch er, wie eine Schlange, noch einen Raum von zehn Schritten weiter, gelangte ſo in den Bereich der Stimmen und horchte.
„Guten Morgen, Herr Iſidor,“ ſagte Catherine.
„Herr Iſidor,“ murmelte Piton,„ich wußte es wohl.“
Da fühlte er es auf ſeinem armen Herzen wie das ungeheure Gewicht eines Pferdes und eines Reiters, die ihn mit Füßen getreten hätten.
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