Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 9.-12. Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Kopf erinnerten den Geiſt an jenes ſchöne Bild de römiſchen Volks:Und mit einem langen Seufzer ent⸗ ſlieht das Leben nach der Wohnung der Schatten.

Der ſchwarz gekleidete Mann, das war Gilbert.

Der Officier auf den Knieen, das war der Graf.

Der ſtehende Mann, das war Billot.

er Leichnam, das war der des Baron Georges von Charny.

Gilbert, der ſich über den Leichnam neigte, ſchaute mit jener erhabenen Starrheit, die bei dem Sterbenden das Leben, das zu entfliehen im Begriff iſt, zurückhält, und bei dem Todten die entflohene Seele beinahe zurückruft.

Kalt, ſtarr; er iſt todt, ganz todt, ſprach er endlich.

Der Graf von Charnh gab ein heiſeres Stöhnen von ſich, ſchloß den unempfindlichen Leib in ſeine Arme und brach in ein ſo herzzerreißendes Schluchzen aus, daß der Arzt ſchauderte und Billot den Kopf in einem Winkel des kleinen Hofes verbarg.

Dann hob plötzlich der Graf den Leichnam auf, lehnte ihn an die Mauer an, zog ſich langſam zurück und ſchaute immer, ob ſein todter Bruder ſich nicht wieder belehen und ihm folgen würde.

Gilbert blieb auf einem Knie, den Kopf auf ſeine

Hand geſtützt, nachdenkend, erſchrocken, unbeweglich.

Billot verließ nun ſeinen düſtern Winkel und trat auf Gilbert zu. Er hoörte nicht mehr das Schluchzen des Grafen, das ihm das Herz zerriſſen hatte.

Ach! ach! Herr Gilbert, ſprach er,dies iſt alſo entſchieden der Bürgerkrieg, und das, was Sie mir vorhergeſagt haben, geſchieht, nur geſchieht die Sache ſchneller, als ich glaubte, und als Sie ſelbſt glaubten. Ich habe dieſe Schurken unrevliche Leute ermorden ſehen. Ich ſehe nun dieſe Schurken redliche Leute

ermorden. Ich habe Fleſſelles, ich habe Herrn de Launay, ich habe Foulon, ich habe Berthier niedermetzeln ſehen⸗