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Haben je die Thränen und das Blut der Könige die Macht des einfachen Waſſertropfens gehabt, der die Steine aushöhlt?
Nein, die Königinnen haben geweint; nein, die Könige ſind ermordet worden, und zwar ohne daß ihre Nachfolger je aus der grauſamen durch das Glück ge⸗ gebenen Lehre Nutzen gezogen.
Die ergebenen Menſchen haben ihre Ergebenheit verſchwendet, ohne daß diejenige, welche vom Ver⸗ hängniß zum Unglück beſtimmt waren, Nutzen daraus gezogen. 5 Ach! wir haben die Königin beinahe über den Leichnam von einem der Menſchen ſtolpern ſehen, welche die Könige, wenn ſie gehen, ganz blutig auf dem Wege laſſen, den ſie bei ihrem Fall durchlaufen haben.
Einige Stunden nach dem Schreckensſchrei, den die Königin ausgeſtoßen, und in dem Angenblick, wo ſie mit dem König und ihren Kindern Verſailles ver⸗ ließ, wohin ſie nicht mehr zurückkehren ſollte, ereignete ſich Folgendes in einem kleinen inneren, vom Regen, den ein ſcharfer Herbſtwind zu trocknen anfing, befeuch⸗ teten Hof.
Ein ſchwarz gekleideter Mann neigte ſich über einen Leichnam.
Ein Mann in der Uniform der Garden kniete auf der andern Seite dieſes Leichnams.
Drei Schritte von ihnen ſtand, die Hände krampf⸗ haft geballt, die Augen ſtarr, ein drirter Gefährte.
Der Todte, das war ein junger Mann von zwei⸗ undzwanzig bis dreiundzwanzig Jahren, deſſen ganzes Blut durch die breiten Wunden, die er am Kopf und an der Bruſt erhalten, ausgeſtrömt zu ſein ſchien.
Ganz durchfurcht und bläulichweiß geworden, ſchien ſich ſeine Bruſt noch unter dem ſtolzen Athem eines hoffnungsloſen Kampfes zu heben.
Sein leicht geöffneter Mund, ſein mit einem Aus⸗ druck des Schmerzes und des Zorns zurückgeworfener
ſeb erm
ich


