Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 9.-12. Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Lafahtte küßte der Königin die Hand; dann er⸗ ſcholl ein allgemeiner Beifallsruf.

In dieſer edlen franzöſiſchen Nation iſt bis in den bürgerlichſten Adern ritterliches Blut.

Die Königin athmete.

Seltſames Volk! ſagte ſie.

Dann bebte ſie plötzlich und ſprach:

Und meine Garden, mein Herr, meine Garden, die mir das Leben gerettet haben, vermögen Sie nichts für ſie?

Geben Sie mir einen, Madame erwiederte Lafayette.

Herr von Charny! Gerr von Charny! rief die Königin.

Aber Charnh machte einen Schritt rückwärts; er hatte begriffen, um was es ſich handelte.

Er wollte nicht für den Abend des 1. Octobers öffentliche Abbitte thun.

Da er nicht ſchuldig war, ſo bedurfte er keiner Amneſtie.

Andrée ihrerſeits hatte denſelben Eindruck ge⸗ fühlt; ſie hatte die Hand gegen Charny ausgeſtreckt, um ihn zurückzuhalten.

Ihre Hand begegnete der Hand des Grafen, dieſe beiden Hände drückten ſich.

Die Königin ſah es, ſie, die doch in dieſem Augen⸗ blick ſo viele Dinge zu ſehen hatte.

Ihr Auge flammte, und mit keuchender Bruſt, mit ſtockender Stimme ſagie ſie zu einem andern Garde:

Mein Herr, mein Herr, kommen Sie, ich befehle es Ihnen.

Der Garde gehorchte.

65 Er hatte nicht dieſelben Gründe des Zögerns wie arny. Berr von Lafahette zog den Garde aufden Balcon, ſteckte ihm ſeine eigene dreifarbige Cocarde an den Hut und umarmte ihn.