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Und zwiſchen dieſen zwei Rufen, dieſe zuweilen bedeckend, ſchrieen furchtbare Stimmen:
„Die Königin! die Königin!“
Bei dieſem Schrei bebte alle Welt; der König er⸗ bleichte, Charny erbleichte, ſelbſt Gilbert erbleichte.
Die Königin erhob das Haupt.
Auch bleich, die Lippen zuſammengepreßt, die Stirne gefaltet, ſtand ſie beim Fenſter.
Madame Royal lehnte ſich an ſie. Vor ihr war der Dauphin, und auf dem blonden Kopfe des Kindes preßte ſich krampfhaſt ihre marmorweiße Hand an.
„Die Königin! die Königin!“ fuhren die Stim⸗ men fort, welche immer furchtbarer wurden.
„Das Volk wünſcht Sie zu ſehen, Madame,“ ſagte Lafayette.
„Oh! gehen Sie nicht, meine Mutter!“ rief Ma⸗ dame Royale, in Thränen zerfließend, indem ſie ihren Arm um den Hals der Königin ſchlang.
Die Königin ſchaute Lafayette an.
„Fürchten Sie nichts, Madame,“ ſagte er.
„Wie! ganz allein!“ verſetzte die Königin.
Lafayette lächelte, und ehrerbietig, mit jenen an⸗ muthigen Manieren, die er bis in ſein Alter behielt, machte er die zwei Kinder von ihrer Mutter los und ſchob ſie zuerſt auf den Balcon.
Dann bot er der Königin den Arm und ſprach:
„Eure Majeſtät geruhe, ſich mir anzuvertrauen, und ich ſtehe für Alles.“
Und er führte die Königin auch auf den Baleon.
Es war ein entſetzliches Schauſpiel, und ganz ge⸗ eignet, den Schwindel zu geben, das Schauſpiel, welches der Mamorhof, verwandelt in ein Menſchenmeer von heulenden Wellen, bot.
Beim Anblick der Königin brach ein ungeheurer Schrei aus dieſer Menge hervor, und man hätte nicht ſagen können, ob es ein Schrei der Drohung oder ein Freudenſchrei war.


