LIV. Der Morgen.
Ein Mann erwartete die Königin auf der Grenze„
der beiden Wohnungen.
Dieſer Mann war Charny ganz blutig.
„Der König!“ rief Marie Antvinette, als ſie die gerötheten Kleider von Charny ſah.„Der König! mein Herr, Sie haben verſprochen, den König zu retten!“
„Der König iſt gerettet, Madame,“ antwortete
Charny. Und er tauchte ſeinen Blick durch die Thüren, welche die Königin offen gelaſſen hatte, um von ihren Gemä⸗ chern zum Oeil⸗de⸗Boeuf zu gelangen, wo in dieſem Augenblick die Königin, Madame Royale, der Dauphin und einige Garden verſammelt waren, und wollte eben fragen, wo Andrée ſei, als er dem Vlicke der Königin
begegnete. Dieſer Blick hielt das Wort auf ſeinen Lippen
zurück.
Doch der Blick der Königin drang noch tiefer in ſein Herz ein.
Er hatte nicht nöthig, zu ſprechen, Marie Antoineite errieth ſeine Gedanken.*
„Sie kommt,“ ſagte ſie,„ſeien Sie unbeſorgt.“
hnd ſie lief zum Dauphin und nahm ihn in ihre
me.
Andrée und Charny wechſelten nicht ein Wort. Das Lächeln des Einen erwiederte das Lächeln der
Andern, das war das Ganze. Seltſam! dieſe zwei ſo lange getrennten Herzen hatten nun Schläge, welche einander antworteten. Während dieſer Zeit ſchaute die Königin umher, und als wäre ſie glücklich geweſen, Charny bei einem Verſehen zu ertappen, fragte ſie: Der König? der König?“ .
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