Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Die Königin verharrte einige Minuten in einem Stillſchweigen, das nur das Geräuſch ihres ſchweren Athmens ſtörte.

Mein Herr, ſprach ſie endlich,nach Allem, was Sie mir geſagt haben, müſſen Sie ein Todfeind ſein....

Oder ein feuerfeſter Freund, Madame.

Unmöglich, mein Herr, die Freundſchaft kann nicht neben der Furcht oder dem Mißtrauen leben.

Die Freundſchaft, Madame, kann, vom Unterthan zur Königin gehend, nur durch das Vertrauen leben, das der Unterthan einflößt. Sie werden ſich ſchon geſagt haben, nicht wahr, derjenige ſei kein Feind, welchem man beim erſten Wort das Mittel, zu ſchaden, benehme, beſonders, wenn er ſich zuerſt den Gebrauch der Waffen verbiete.

Was Sie da ſagen, mein Herr, darf man daran glauben? verſetzte die Königin mit Aufmerkfſamkeit und Bangigkeit, indem ſie Gilbert mit einer forſchenden Miene anſchaute.

Warum ſollten Sie nicht daran glauben, Ma⸗ Sie alle Beweiſe von meiner Aufrichtigkeit aben?

Man wechſelt, mein Herr, man wechſelt!

Madame, ich habe das Gelüde gethan, das ge⸗ wiſſe in der Handhabung gefährlicher Waffen ausge⸗ zeichnete Männer thaten, ehe ſie in's Feld zogen. Ich werde meine Vortheile immer nur benützen, um das Unrecht, das man mir anthun will, zuruckzuſchlagen; nicht für den Angriff, ſondern für die Ver⸗ theidigung. Das iſt mein Wahlſpruch.

Ach! ſeufzte die Königin.

Ich verſtehe Sie, Madame. Es iſt ſchmerzlich für Sie, Ihre Seele in den Händen des Arztes zu ſehen, für Sie, die Sie ſich zuweilen empörten, ihm Ihren Körper zu überlaſſen. Faſſen Sie Muth, faſſen Sie Muth. Derjenige will Ihnen wohl rathen, welcher Ihnen heute den Beweis von Langmuth gegeben, den