Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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die Königin als den unangenehmſten der Schlüſſe be⸗ trachtete, antwortete Gilbert mit ſanftem Ton:

Madame, ich habe ſchon Alles gethan, was mir Eure Majeſtät zu thun empfiehlt.

Und was haben Sie gethan, mein Herr?

Ich habe nachgedacht.

Ueber Sie ſelbſt?

Ueber mich, ja, Madame.

Und in Beziehung auf Ihr Gewiſſen?

Beſonders in Beziehung auf mein Gewiſſen, Madame.

Glauben Sie dann, ich ſei hinreichend von dem unterrichtet, was Sie darin geſehen haben?

Ich weiß nicht, was mir Eure Majeſtät ſagen will, doch ich begreife es; wie oft muß ein Menſch von meinem Alter Gott beleidigt haben!

Wahrhaftig, Sie ſprechen von Gott?

Ja.

Sir?

Warum nicht?

* Ein Philoſoph! Glauben die Philoſophen an ott?

Ich ſpreche von Gott und glaube an ihn.

Und Sie entſernen ſich nicht?

Nein, ich bleibe, Madame.

Herr Gilbert, nehmen Sie ſich in Acht, rief die Königin.

Und ihr Geſicht nahm einen unbeſchreiblichen Aus⸗ druck von Drohung an.

Oh! ich habe wohl nachgedacht, Madame, und durch dieſe Reflerionen bin ich dahin gekommen, daß ich weiß, daß ich nicht weniger werth bin, als ein Anderer: Jeder hat ſeine Sunden. Ich habe dieſes Ariom gelernt, nicht, indem ich die Bucher durchblät⸗ terte, ſondern indem ich das Gewiſſen Anderer durch⸗ forſchte.

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