Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
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denn er iſt das Reſultat eines Trankes, einer Vergif⸗ tung, deren Urheber die menſchliche Gerechtigkeit, welche ich vertrete, zu erreichen und zu beſtrafen wiſſen wird.

Madame, verſetzte Gilbert mit derſelben Geduld, Nachſicht, wenn ich bitten darf, für diejenigen, welche in dieſer Welt gefehlt haben.

Ah! Sie geſtehen alſo?

Die Königin täuſchte ſich und glaubte nach der Sanftheit der Stimme von Gilbert, er flehe fur ſich ſelnſt.

Sie täuſchte ſich; das war ein Vortheil, den ſich Gilbert wohlweislich nicht enſſchlüpfen ließ.

Wie! rief er, ſein entflammtes Auge, unter dem Marie Antvinette ihre Augen wie bei dem R flexe eines Sonnenſtrahls niederzuſchlagen genöthigt war, weit öffnend.

Die Königin war verblüfft, ſtrengte ſich aber gegen ſich ſelbſt an und ſagte:

Man fragt eine Königin ebenſo wenig, als man ſie verwundet, erfahren Sie dies aberma's, Sie, der Sie Ankömmling bei Hofe ſind; doch Sie ſprachen, wie mir ſcheint, von denjenigen, welche gefehlt haben, und verlangten Nachſicht von mir.

Ach! Madame, welches iſt das vorwurfsfreie menſchliche Geſchöpf? dasjenige, welches ſich ſo gut in dem tiefen Rückenſchild ſeines Gewiſſens zu verſchließen gewußt hat, daß der Blick der Anderen nicht einzu⸗ dringen im Stande geweſen iſt. Das iſt es, was man häufig die Tugend nennt. Seien Sie nachſichtig, Madame.

Hienach, verſetzte unklug die Koͤnigin,hienach gibt es alſo keine tugendhafte Geſchöpfe für Sie, mein Herr, für Sie, den Zögling der Männer, deren Blick die Wahrheit aus der Tiefe der Gewiſſen hervorholt?

Das iſt wahr, Madame.

Sie brach in ein Gelächter aus, ohnen entfernt darauf bedacht zu ſein, die Verachtung, die dieſes Ge⸗ lächter in ſich ſchloß, zu verbergen.

Ange Pitou. 1U. 11