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ten des Schloſſes Taverney Gelegenheit hatte, der Dau⸗ phine von Frankreich eine Probe von dieſer Wiſſenſchaft, ich weiß nicht, welche, zu geben, von der ſie ein tiefes Andenken bewahrt haben muß, denn dieſe Probe hatte einen grauſamen Eindruck auf ſle gemacht, dergeſtalt, daß ſie in Ohnmacht fiel.“
Glbert ſchlug auch; er ſchlug allerdings auf den Zufall, doch der Zufall bediente ihn, und er ſchlug ſo richtig, daß die Königin entſetzlich bleich wurde.
„Ja,“ ſagte ſie mit einer heiſeren Stimme,„ja, er hat mich im Traume eine abſcheuliche Maſchine ſehen laſſen; doch bis jetzt wüßte ich nicht, daß dieſe Maſchine in Wirklichkeit exiſtirt.“
„Ich weiß nicht, was er Sie hat ſehen laſſen, Madame,“ erwiederte Gilbert, zufrieden mit der Wir⸗ kung, die er hervorgebracht;„doch ich weiß, daß man den Gelehrtemitel einem Mann nicht abſtreiten kann, der über andere Menſchen, ſeines Gleichen, eine ſolche Gewalt ausübt.“
„Seines Gleichen..“ murmelte verächtlich die Königin.
„Es mag ſein, ich täuſche mich,“ verſetzte Gilbert, „und ſeine Macht iſt um ſo größer, als er zu ſeinem Niveau, unter dem Joche der Angſt, den Kopf der Könige und der Fürſten der Erde niederbeugt.“
„Schändlich! ſchändlich ſind diejenigen, ſage ich Ihnen, welche die Schwäche oder die Leichtglänbigkeit mißbrauchen.“
„Schändlich, ſagen Sie, ſeien diejenigen, welche von der Wiſſenſchaft Gebrauch machen?“
„Chimären, Lügen, Erbärmlichkeiten!“
„Was will das beſagen?“ fragte Gilbert ruhig
„Das will beſagen, daß Caglioſtro ein erbärmlicher
Charkatgn, und daß ſein angeblicher magnetiſcher Schlaf
ein Vebrechen iſt.“ „Ein Verbrechen!“ „Ja, ein Verbrechen,“ fuhr die Königin fort,
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