Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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„Schande!“ ſagte ſie,„Schande über die Menſchen, welche gewiſſe finſtere und geheime Praktiken mißbrau⸗ chen, um die Seelen oder die Leiber zu verderben.. Schande über dieſen Caglivſtro!“

„Oh!“ erwiederte Gilbert mit einem gefühlvollen Ausdruck,„hüten Sie ſich, Mabame, mit ſo viel Strenge die Fehler zu beurtheilen, welche die menſchlichen Ge⸗ ſchöpfe begehen.“

„Mein Herr!“

„Jedes menſchliche Geſchöpf, Madame, iſt dem Irrthum unterworfen; jedes Geſchöpf ſchadet dem Ge⸗ ſchöpfe, und ohne den individuellen Egoismus, der die allgemeine Sicherheit bildet, wäre die Welt ein weites Schlachtfeld. Diejenigen ſind die Beſten, welche gut find, das iſt das Ganze. Andere würden Ihnen ſagen: Diejenigen ſind die Beſten, welche minder ſchlecht ſind. Die Nachſicht muß größer ſein, Madame, je höher der Richter ſteht. Von dem Throne herab, wo Sie ſind, haben Sie weniger als irgend Jemand das Recht, ſtreng gegen die Fehler Anderer zu ſein. Auf dem Throne der Erde ſeien Sie die höchſte Nachſicht, wie auf dem Throne des Himmels Gott die höchſte Barm⸗ herzigkeit iſt.“

„Mein Herr, ich ſchaue mit einem andern Auge als Sie meine Rechte und beſonders meine Pflichten an: ich bin auf dem Throne, um zu ſtrafen und zu belohnen.“

„Ich glaube nicht, Mabame. Meiner Anſicht nach ſind Sie, Frau und Königin, auf dem Thron, um zu verſöhnen und zu verzeihen.“

„Ich denfe, Sie moraliſtren nicht, mein Herr.“

„Sie haben Recht, Madame, und ich antworte nur Eurer Majeſtät. Dieſer Caglioſtro, zum Beiſpiel, von dem Sie vorhin ſprachen und dem Sie finſ ſchaft ſtreitig machten, ich entfinne mich, un das iſt eine Erinnerung aus früherer Zeit, als ihre Erinnerung von Trianon,— ich entſinne mich, daß er in den Gär⸗