Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Ueberall! führen Sie an, Herr Gilbert, führen Sie Einzelnes an.

Ich habe geſagt, überall, antwortete Gilbert kalt, weil ich in der That überall ſtudirt habe, im Palaſt und in der Hütte, in der Stadt und in der Wüſte, an uns und am Thier, an mir und an Andern, wie es ſich geziemt für einen Mann, der die Wiſſenſchaft liebt und ſie überall nimmt, wo ſie iſt, das heißt überall.

Beſiegt, ſchleuderte die Königin Gilbert einen furcht⸗ baren Blick zu, indeß der Doctor ſeinerſeits ſie mit einer in Verzweiflung ſetzenden Starrheit anſchaute.

Sie ſchüttelte ſich krampfhaft und warf, indem ſie ſich umwandte, den kleinen Gueridon um, auf weſchem man ihr ihre Chocolade in einer Taſſe von Sovres ſervirt hatte.

Gilbert ſah den Tiſch fallen, ſah die Taſſe zer⸗ brechen, rührte ſich aber nicht.

Die Röche ſtieg Marie Antvinette zu Geſichte; ſie fuhr mit einer kalten, feuchten Hand an ihre brennende Stirne und war im Begriff, die Augen abermals zu Gilbert aufzuſchlagen, wagte es aber nicht.

Nur ſchützte ſie für ſich ſelbſt eine Verachtung vor, welche größer als der Uebermuth.

Und unter welchem Meiſter haben Sie ſtudirt? fuhr die Königin das Geſpräch da, wo ſie es gelaſſen hatte, wieberaufnehmend fort:

Ich weiß nicht, wie ich Eurer Majeſtät ant⸗ worten ſoll, ohne Gefahr zu laufen, ſie abermals zu verwunden.

Die Königin fühlte den Vortheil, den ihr Gilbért geboten, und warf ſich darauf wie eine Löwin.

Mich verwunden! Sie mich verwunden! rief ſie. Oh! mein Herr, was ſagen Sie da. Sie eine Köni⸗ gin verwunden! Sie täuſchen ſich, das ſchwöre ich Ihnen. Ah! Herr Doctor Gilbert, Sie haben die franzöfiſche Sprache nicht an ſo guten Quellen ſtudirt,