Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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eines gelehrten Mannes bewilligt, ohne mein Wiſſen erprobt zu haben.

Die Königin biß ſich auf die Lipven.

Sie begreifen, daß ich nicht weiß, ob Sie gelehrt ſind, erwiederte ſie,aber man behauptet es, und ich ſage es aller Welt nach.

Ei! prach Gilbert ehrerbietig, während er ſich tiefer verbeugte, als er es vorher gethan hatte,Eure Majeſtät, ein Verſtand wie der Ihrige ſoll nicht blindlings wiederholen, was der gemeine Haufen be⸗ hauptet.

Sie wollen ſagen, das Volk? verſetzte die Kö⸗ nigin übermüthig.

Der gemeine Haufen, Madame, erwiederte Gilbert mit einer Feſtigkeit, die das Herz der für unbekannte Bewegungen ſo ſchmerzlich empfänglichen Frau beben machte.

wir nicht hierüber, ſagte ſie.Man nennt Sie gelehrt, das iſt das Weſentliche. Wo haben Sie ſtudirt?

Ueberall, Madame.

Das iſt keine Antwort.

Nirgends alſo.

Ich höre das lieber. Sie haben nirgends ſtudirt?

Wie es Ihnen beliebt, Madame, antwortete der Doctor, ſich verbeugend.Und dennoch iſt das minder genau, als zu ſagen: überall.

So antworten Sie, rief die Königin außer ſich, und ich bitte beſonders, Herr Gilbert, verſchonen Sie mich mit dieſen Phraſen.

Dann füate ſte bei, als ſpräche ſie mit ſich ſelbſt:

Ueberall! überall! Was ſoll das bedeuten? Das iſt das Wort eines Charlatan, eines Empirikers, eines Arztes der öffentlichen Plätze. Beabſichtigen Sie etwa, mir durch großartig klingende Eylben zu imponiren?

Und mit glühenden Augen und bebenden Lippen ſtreckte ſie einen Fuß aus.