Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Sie träumte, ſie gehe in Trianon ſpazieren, und aus einem Gartenbeete komme ein Erdgeiſt mit fahlem Lächeln, wie man ſie in deutſchen Balladen trifft, her⸗ vor, und dieſes höhniſche Ungeheuer ſei Gilbert, der gekrümmte Finger gegen ſie ausſtrecke.

Sie ſtieß einen Schrei aus.

Ein Schrei antwortete auf den ihrigen.

Dieſer Schrei weckte ſie auf.

Frau von Tourzel hatte ihn von ſich gegeben; ſie war bei der Königin eingetreten und hatte, als ſie Marie Antvinette entſtellt und röchelnd auf einem Lehn⸗ ſtuhl ſah, den Ausbruch ihres Schmerzes und ihrer Beſtürzung nicht zurückhalten können.

„Die Königin iſt krank!“ rief ſie,„die Königin leidet! Soll ich einen Arzt rufen?“

Die Königin öffnete die Augen; dieſe Frage von Frau von Tourzel antwortete auf das Verlangen ihrer Neugierde.

„Ja, einen Arzt,“ erwiederte ſie,„den Doctor Gilbert, rufen Sie den Doctor Gilbert.“

„Wer iſt der Doetor Gilbert?“ fragte Frau von Tourzel.

„Ein neuer Quartal⸗Arzt, der, glaube ich, geſtern bei ſeiner Ankunft von Amerika ernannt worden iſt.“

„Ich weiß, wen Ihre Majeſtät meint,“ bemerkte ſchüchtern eine von den Damen der Königin.

„Nun?“ fragte Marie Antoinette.

„Der Doctor iſt im Vorzimmer des Königs.“

„Sie kennen ihn alſo?“

„Ja, Eure Majeſtät,“ ſtammelte die Dame.

„Woher kennen Sie ihn denn? Er iſt vor acht bis zehn Tagen von Amerika angekommen und hat geſtern erſt die Baſtille verlaſſen.“

„Ich kenne ihn..

„Antworten Sie. Woher kennen Sie ihn?“ fragte gebieteriſch die Königin.

Die Dame ſchlug die Angen nieder. ſchlug 9 10

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