— S——
1⁴⁵
der Hütte und im Kothe der Bauernhäuſer den kleinen Gärtnerjungen nahm, um ihn mit dem Geſchick eines Edelwäuleins zu verbinden, das wiede:um mit dem Ge⸗ ſchicke einer Königin verbunden war.
Somit, ſagte ſie ſich,„ſomit hätte ſich das in den niedrigen Regionen verlorene Atom, durch eine Laune höherer Anziehungskräfte, ein Diamanttheilchen, mit dem göttlichen Geſtirne verſchmolzen?“
Dieſer Gärtnerjunge, dieſer Gilbert, war es nicht ein lebendiges Symbol von dem was zu dieſer Stunde ſich ereignet, ein Menſch aus dem Volke, aus der Nie⸗ drigkeit ſeiner G burt hervorgegangen, um ſich mit der Politik eines großen Königreichs zu b ſchäftigen, ein ſelſſamer Schauſpieler, der in ſich duſch ein Privile⸗ gium des böſen Geiſtes, welcher über Frankreich ſchw bie, ſowohl die dem Adel angethane Beſchimpfung, als den durch den Pöbel gegen das Königthum gemachten An⸗ griff perſonifieirte?
Dieſer Gilbert, ein Gelehrter geworden, mit dem ſchwarzen Rocke des drirten Standes bekleidet, der Rath von Herrn Necker, der Vertraute des Königs von Frank⸗ reich, würde ſich nun durch ein Spiel der Revolutivn parallel mit der Frau finden, der er nächtlicher Weile, wie ein Dieb, die Ehre geſtohlen!
Wieder Weib geworden und unwillkührlich ſchauernd bei der Erinnerung an die klägliche Geſchichte, die ihr Andrée erzählt hatte, machte es ſich vie Koͤnigi gleich⸗ ſam zur Pflicht dieſem Gilberi in's Geſicht zu ſchauen und durch ſich ſelbſt in den menſchlichen Zugen leſen zu lernen, was Gott von der Offenbarung eines ſo ſelt⸗ ſamen Cha akters darein legen konnte, und trotz des ſo eben erwähnten G fuhles, das ſie über die Demüthi⸗ gung ihrer Nebenbuhlerin beinahe neudi. machte, waltete dabei ein beftiges Verlangen ob, den Mann zu verletzen, ber eine Feau ſo ſehr leiden gemacht hatte.
ann war noch der Wunſch, ihn anzuſchauen, wer weiß? vielleicht mit der Angſt, welche Ungeheuer ein⸗ Ange Pitou. 11. 10


