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3 Der Graf reichte, ſich verbeugend, ſeine Hand der önigin.
eß ich Sie ſchelte,“ ſprach Marie Antoinette, indem ſie zu lächeln ſuchte.
„Und worüber, Madames“
„Wie! Sie haben einen Bruder im Dienſt und ich erfahre es durch Zufall!“
„Ich verſtehe nicht.“
„Dieſen Abend, ein Officier von den Huſaren von Berchinv...“
„Ah! mein Bruder Georges!“
„Warum haben Sie mir nie von dieſem jungen Mann geſprochen? Warum hat er nicht einen hohen Rang in einem Regiment?“
„Weil er noch ganz jung und ganz unerfahren iſt; weil er nicht würdig iſt als Chef zu befehligen, weil endlich, wenn Eure Majeſtät die Gnade gehabt hat, ihre Blicke auf mich herabzuſenken, der ich Charny heiße, um mich mit ihrer Freundſchaft zu beehren, dies noch kein Grund iſt, daß ich meine Familie auf Koſten einer Menge von braven Edelleuten, welche würdiger als meine Brüder, anbringe.“
„Sie haben alſo noch einen Bruder?“
„Ja, Madame, und er iſt bereit, für Eure Maje⸗ ſtät zu ſterben, wie die zwei andern.“
„Er braucht nichts?“
„Nichts, Madame; wir ſind ſo glücklich, daß wir nicht nur eine Exiſtenz, ſondern auch ein Vermögen zu den Füßen Eurer Majeſtät zu legen haben.“
Als er dieſe letzten Worte ſprach, wobei die Köni⸗ gin ganz durchdrungen war von dieſer zarten Redlich⸗ keit, wobei er ganz bebte vor dieſer anmuthreichen Majeſtät, erweckte ſie plötzlich ein Stöhnen, das aus einem anſtoßenden Zimmer kam..
Die Königin ſtand auf, lief nach der Thüre, öff⸗ nete ſie und ſtieß einen gewaltigen Schrei aus. Ange Pitou, 11. 9


