es Ihnen ſagen, und Sie werden ſehen, daß es nicht zu viel an zwei Soldaten gegen jedes Weib wäre.“ Graf, ſind Sie verrückt?“
Charnh lächelte traurig und fuhr fort:
„Haben Sie ſie bei der Baſtille geſehen, unter dem Feuer, inmiten der Kugeln, wie ſie zu den Waffen riefen, wie ſie Ihre kriegeriſch gerüſteten Schweizer mit den Fäuſten bedrohten, wie ſie über den Leichen der Todten mit jener Stimme, welche die Lebendigen auf⸗ ſpringen macht, Verwünſchungen ausſließen? Haben Sie dieſe Weiber geſehen, wie ſie Pech ſieden ließen, Kanonen ſchleppten, den berauſchten Kämpfern eine Patrone, den furchtſamen Kämpfern eine Patrone und einen Kuß gaben? Wiſſen Sie, daß über die Zugbrücke der Baſtille eben ſo viel Weiber, als Männer gingen und daß zu dieſer Stunde, wenn die Steine der Ba⸗ ſtille einſtürzen, dies unter der von Weiberhänden gehandhabten Spitzhaue geſchieht? Ah! Madame, rech⸗ nen Sie dieſe Weiber von Paris, rechnen Sie auch die Kinder, welche Kugeln gießen, welche die Sabel wetzen, welche einen Pflaſterſtein vom ſechsten Stock herabwer⸗ fen; rechnen Sie dieſelben, denn die Kugel, die ein Kind gegoſſen hat. wird von fern Ihren beſten General tödten; denn der Säbel, den es gewetzt hat, wird Ihren Kriegsroſſen die Häckſen abſchneiden; denn der blinde Sandſtein, der vom Himmel herabfällt, wird Ihre Dra⸗ goner und Ihre Garden erſchlagen. Rechnen Sie die Greiſe, Madame, denn wenn ſie nicht mehr die Kraft haben, ein Schwert zu ſchwingen, ſo haben ſie doch die, als Schild zu dienen. Bei der Baſtille Madame, waren Greiſe; wiſſen Sie, was dieſe Greiſe thaten? Sie ſtell⸗ ten ſich vor die jungen Leute, welche die Flinten auf ihre Schultern legten, ſo daß die Kugel Ihrer Schweizer den gebrechlichen Greis tödtete, deſſen Leib einen Wall für den ſtarken Mann bildete. Rechnen Sie die Greiſe, denn ſie ſind es, welche ſeit dreihundert Jahren den auf einander folgenden Generationen von den Beſchimpfun⸗


