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zu thun, was beſchloſſen war, mir zu gehorchen, es zu
machen, wie es alle meine Freunde machen,— welche Angſt vor meinem Glück haben.. Ihre Pflicht iſt, nichts meinem Geſchick zu vpfern; Ihre Pflicht iſt, ſich von mir zu entfernen.“
„Mich von Ihnen entfernen!“
„Ja, mich zu fliehen.“
„Sie zu fliehen! Und wer flieht Sie denn, Ma⸗ dame?“ „Diejenigen, welche vernünftig ſind.“ „Ich glaube ſehr vernünftig zu ſein, und darum bin ich nach Verſailles gekommen.“
„Und woher kommen Sie?“
„Von Paris.“
„Vom empörten Paris?“ 2„Vom kochenden, trunkenen, mit Blut beſudelten aris.“
Die Königin drückte ihre beiden Hände an ihr Geſicht.
„Oh!“ ſagte ſie,„nicht Einer, nicht einmal Sie kommen, um mir eine gute Nachricht zu bringen!“
„Madame, unter den Umſtänden, in denen wir uns befinden, verlangen Sie von Ihren Boten, daß ſie
Ihnen nur Eines verfündigen: die Wahrheit.“
„Wollen Sie mir die Wahrheit ſagen?“
„Wie immer, Madame.“
„Sie ſind eine ehrliche Seele, ein wackeres Herz.“
„Ich bin ein treuer Unterthan, Madame, nichts Anderes.“
„Nun denn! ich bitte für den Augenblick, mein Freund, ſagen Sie mir nicht ein Wort. Sie kommen zu einer Stunde, wo mein Herz bricht; meine Freunde erdrücken mich heute zum erſten Mal mit der Wahr⸗ heit, die Sie mir immer geſagt haben. Oh! Graf, es war unmöglich, mir diefe Wahrheit länger zu ver⸗ ſchweigen; ſie bricht in Allem hervor: am Himmel, der roth iſt, in der Luft, die ſich mit dumpfen Ge⸗


