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„Was denken Sie von Allem dem, Herr von Bro⸗ glie?“ ſagte er.
„Sire,“ antwortete der alte Marſchall,„wenn Sie Ihre Armee von der Gegenwart der Pariſer entfernen, ſo wird man ſagen, die Pariſer haben ſie geſchlagen. Laſſen Sie dieſelbe in ihrer Gegenwart, ſo muß Ihre Armee die Pariſer ſchlagen.“
„Gut geſprochen!“ rief die Königin, dem Marſchall die Hand vrückend.
„Gut geſprochen!“ wiederholte Herr von Bezenval. Prinz von Lambeseg allein ſchüttelte nur den
opf. „Nun! und hernach?“ ſagte der König. „Befehlen Sie: Marſch!“ erwiederte der alte Marſchall.
„Ja. Marſch!“ rief die Königin.
„Gut! da Sie es Alle wollen: Marſch!“ verſetzte der König.
In dieſem Augenblick übergab man der Königin ein Billet folgenden Inhalts:
„Um Gottes willen, keine Uebereilung, Madame! Ich erwarte eine Audienz von Eurer Majeſtät.“
„Seine Handſchrift!“ murmelte die Königin.
Dann wandte ſie ſich um und fragte:
„Iſt Herr von Charny bei mir?“
„Er kommt ſo eben ganz ſtaubig und, ich glaube ſogar, ganz blutig an,“ antwortete die Vertraute⸗
„Einen Augenblick Geduld, meine Herren,“ ſagte die Königin zu Herrn von Bezenval und zu Herrn von erie„erwarten Sie mich hier, ich kehre bald urück.“
und ſie ging in größter Eile in ihr Boudoir.


