Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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ihre ganze Macht verſchwinden zu ſehen, wie einſt unter dem Hauche des Herrn jene großen Heere der Afſyrier oder der Amalekiter untergegangen waren, die eine Nacht oder ein Meer auf immer in ihren Abgründen ver⸗ ſchlangen.

Sie wurde aus dieſer Erſtarrung durch die ſanfte Stimme der Gräfin Jules aufgeweckt, die ſich ihr mit Frau Diana von Polignac, ihrer Schwägerin, näherte.

Beim Tone dieſer Stimme erſchien die ſüße Zu⸗ kunft, mit ihren Blumen und ihren Palmen, wieder im Herzen dieſer ſtolzen Frau: eine aufrichtige und wahrhaft ergebene Freundin war mehr werth, als zehn Königreiche.

Oh! Du, Du, murmelte ſie, die Gräfin Jules in ihre Arme ſchließend,es bleibt mir alſo eine Freundin?

Und lange zurückgehalten, entſchlüpften die Thrä⸗ nen ihren Augenlidern, rollten an ihren Wangen herab und übergoßen ihre Bruſt; doch ſtatt bitter zu ſein, waren dieſe Thränen ſüß, ſtatt ihn zu bedrücken, ſchwellten ſie ihren Buſen ab,

Während eines kurzen Stillſchweigens, das nun eintrat, hielt Marie Antoinette die Gräfin beſtändig in ihren Armen.

Es war die Herzogin, welche, ihre Schwägerin an der Hand haltend, das Stillſchweigen brach.

Madame, ſagte ſie mit einer ſo ſchüchternen Stimme, daß ſie beinahe beſchämt klang,ich glaube nicht, daß Eure Majeſtät den Plan tadelt, den ich ihrem Urtheil unterwerfen will.

Welchen Plan? fragte die Königin aufmerkſam, ſprechen Sie, Herzogin, ſprechen Sie!

Und während ſie ſich anſchickte, auf die Herzogin Diana zu hören, lehnte ſich die Königin auf die Schul⸗ ter ihrer Lieblingin, der Gräfin.

Madame, fuhr die Herzogin fort,die Meinung, die ich ausſprechen will, kommt von einer Perſon, deren