Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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einen Rath und einen Magen: der erſte wird mir rathen, was ich thun ſoll, der zweite räth mir, was ich thue.

Und er lachte und reichte demjenigen, welcher ihn bediente, ſeinen Teller voll von Ueberreſten, um einen weißen zu nehmen.

Ein Gemurmel des Erſtaunens und des Zorns durchlief wie ein Schauer dieſe Menge von Edelleuten, welche auf ein Zeichen des Königs all ihr Blut ver⸗ goſſen häiten.

Königin wandte ſich ab und ſtampſte mit dem .

Der Prinz von Lambescg ging auf ſie zu und ſagte zu ihr:

Sie ſehen, Madame, Seine Majeſtät denkt ohne Zweifel wie ich, es ſei beſſer, zu warten. Das iſt Klug⸗ heit, und obgleich es nicht die meinige iſt, ſo iſt die Klugheit doch leider eine in unſeren Zeitläuften noth⸗ wendige Tugend.

Ja, mein Herr, ja, es iſt eine ſehr nothwendige Tugend, erwiederte die Königin, indem ſie ſich, daß es blutete, auf die Lippen biß.

Und zum Tod traurig, lehnte ſie ſich an den Ka⸗ min an, das Auge in der Nacht verloren, die Seele in die Verzweiflung verſenkt.

Dieſe doppelte Stimmung des Königs und der Königin fiel aller Welt auf. Die Königin hielt nur mit Mühe ihre Thränen zurück. Der König mit jenem ſprüchwörtlichen Appetit der Familie der Bour⸗ bonen fort.

Nach und nach entſtand auch eine Leere im Saal. Die Gruppen ſchmolzen, wie in den Sonnenſtrahlen der Schnee in den Gärten ſchmilzt, der Schnee, unter dem ſodann ſtellenweiſe die ſchwarze, troſtloſe Erde erſcheint.

Die Königin, als ſie die kriegeriſche Gruppe ver⸗ ſchwinden ſah, auf die ſie ſo ſehr gerechnet hatte, glaubte