Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Oh! was das betrifft, dafür ſtehe ich, ſagte Herr von Bezenval.

Die Königin wandte ſich abermals gegen Frau von Folignac, um zu ſehen, ob ihr alle dieſe Verſiche⸗ rungen ihre Ruhe wiedergeben würdenz doch die Gräfin ſchien bleicher und trauriger als je.

Die Königin, die in ihrer unendlichen Zärtlichkeit dieſer Freundin die königliche Würde zum Opfer brachte, flehte vergebens um ein lachenderes Geſicht.

Die junge Frau blieb düſter und ſchien in die ſchmerzlichſten Gedanken verſunken.

Dieſe Entmuthigung hatte aber keinen andern Einfluß auf die Königin, als den, ſie zu betrüben. Die Begeiſterung erhielt ſich auf derſelben Höhe unter den jungen Officieren, und alle entwarfen, um ihren Kameraden, den Grafen von Charny, verſammelt, den Schlachtplan.

Mitten unter dieſer fieberhaften Belebtheit trat der König allein, ohne Huiſſier, ohne Befehle, und lächelnd ein.

Ganz glühend von den Gemüthsbewegungen, die ſie um ſich her angefacht hatte, eilte die Königin ihm entgegen.

Als man den König erblickte, hörte jedes Geſpräch auf, und bald herrſchte das tiefſte Stillſchweigen; Jeder wartete auf ein Wort des Herrn, auf eines jener Worte, welche electriſtren und unterjochen.

Wenn die Dünſte gehörig mit Electricität beladen ſind, ſo entſcheidet bekanntlich der geringſte Stoß über den Funken.

In den Augen der Höflinge waren der König und die Königin, die einander entgegen gingen, die electri⸗ ſchen Mächte, aus denen der Blitz hervorſpringen mußte.

Man horchte, man bebte, man zog mit dem Athem die erſten Worte an, welche aus dem königlichen Mund kommen ſollten.

Madame, ſagte Ludwig XVl.,unter allen dieſen