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„Ja, Eure Majeſlät,“ ſprach der Prinz, ſich ver⸗ beugend.
„Auf Montmartre,“ fuhr der junge Mann fort, „befindet ſich ein Artillerie⸗Park, in ſechs Stunden kann das ganze Quartier, das Montmartre beherrſcht, in Aſche verwandelt ſein. Montmartre gebe das Signal zum Feuern; Vincennes antworte ihm; zehntauſend Mann rücken durch die Champs Elyſées an, zehntau⸗ ſend weitere durch die Barriere d'Enfer, zehntauſend durch die Rue Saint⸗Martin, und zehntauſend durch die Baſtille; Paris höre das Gewehrfener an den vier Hauptpunkten, und es wird ſich nicht vierundzwanzig Stunden halten.“
„Ah! das iſt Einer, der ſich offenherzig erklärt,“ ſprach die Königin;„das iſt ein genauer Plan. Was ſagen Sie dazu, Hert von Lambeseq?“
„Ich ſage, daß der Herr Huſarenlieutenant ein vollkommener General iſt,“ antwortete mit gering⸗ ſchätzender Miene der Prinz.
„Es iſt wenigſtens ein Soldat, der nicht verzwei⸗ felt,“ verſetzte die Königin, die den jungen Officier vor Zorn erbleichen ſah.
„Meinen Dank, Madame,“ ſprach ber junge Offi⸗ eier, ſich verbeugend.„Ich weiß nicht, was Ihre Ma⸗ jeſtät beſchließen wird, doch ich flehe ſie an, mich zu denjenigen zu zählen, welche bereit ſind, für ſie zu ſterben, und hierin thue ich nur, das bitt⸗ ich ſie, zu glauben, was vierzigtauſend Soldaten auch zu thun bereit ſind, abgeſehen von unſern Führern.“
Bei dieſen letzten Worten grüßte der junge Mann Si Prinzen, während ihn dieſer beinahe belei⸗
gt hatte.
Dieſe Höflichkeit fiel der Königin noch mehr auf, als die Ergebenheitsbetheurung, die ihr voran⸗ gegangen.
„Wie heißen Sie, mein Herr?“ fragte ſie.
Ange Pitou. I. 7


