ſtück vom gefallenen Königthum betrachten und, da es
hat, wenigſtens die Poeſie des Beklagens und den erha⸗ benen Reiz der Schwermuth bewahren.
Ganz Verſailles trieb ſich alſo, wie geſagt, in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 1789, verworren und vermengt umher, um zu erfahren, wie der König von Frankreich die ſeiner Krone zugefügte Beleidigung, die ſeiner Macht verſetzte Quetſchung aufnehmen werde.
Durch die Antwort, welche er Herrn von Dreux⸗Brezé gegeben, hatte Mirabeau das Königthum in's Geſicht geſchlagen. Durch die Einnahme der Baſtille hatte es das Volk im Herzen getroffen.
Für die beſchränkten Köpfe, für die Kurzſichtigen
war indeſſen die Frage raſch gelöſt. In den Augen der Militäre beſonders, welche, im Reſultat der Ereig⸗ niſſe nur den Sieg oder die Niederlage der rohen Ge⸗ walt zu ſehen gewohnt waren, handelte es ſich ganz einfach um einen Maiſch nach Paris. Dreißigtauſend Mann und zwanzig Kanonen würden bald dieſen Stolz und dieſe Siegeswuth der Pariſer zu nichte machen.
Nie hatte das Königthum ſo viel Räthe gehabt; Leher gab ſeine Auſicht ganz laut und öffentlich zum
eſten.
Die Mäßigſten ſagten:
„Das iſt ganz einfach.“ Dieſe Redeform wird man in Frankreich beinahe immer auf die ſchwierigſten Lagen angewendet finden.„Das iſt ganz einfach,“ ſagten ſie. „Man erwirke zuerſt von der Nationalverſammlung eine Sanction, die ſie nicht verweigern wird; ihre Haltung iſt ſeit einiger Zeit beruhigend für Jedermann, ſie will eben ſo wenig von Unten ausgehende Gewalt⸗ thätigkeiten, als von Oben herab kommende Mißbräuche.
„Die Nationalverſammlung wird ganz unumwun⸗ den erklären, der Aufruhr ſei ein Verbrechen; Bürger, welche Abgeordnete haben, um ihre Beſchwerden dem König auseinanderzuſetzen, und einen König, um
nicht mehr den Stolz der Macht und des Reichthums


