Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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vom Havre nach Paris, das iſt das Ganze. Dieſer Gilbert waren alſo Sie.“

„Das war ich. Können Sie mir den Brief an⸗ vertrauen?“

„Nein, doch ich kann Ihnen ſagen, von wem er unterzeichnet iſt.“

„Sagen Sie es.“

„Gräſfin von Charny.“

„Gräfin von Charny?“ wiederholte Gilbert;„ich kenne ſie nicht, ich habe ihr nichts gethan.“

Und er erhob ſachte den Kopf, als wollte er in ſeinen Erinnerungen ſuchen.

„Dabei findet ſich eine kleine Randbemerkung, welche nicht unterzeichnet iſt, aber von einer mir be⸗ kannten Handſchrift. Sehen Sie.“

Gilbert neigte ſich und las am Rande des Briefes:

„Ohne Verzug thun, was die Gräfin von Charny verlangt.“

„Das iſt ſeltſam,“ ſagte Gilbert,„die Königin, das begreife ich noch, es war von ihr und den Polignac in meiner Denkſchrift die Rede. Doch dieſe Frau von Charny...

„Sie kennen ſie nicht?“

„Das muß ein Name ſein, den man nur hiezu hergegeben hat. Uebrigens darf man ſich nicht darüber wundern, daß mir die Notabilitäten von Verſailles unbekannt find. Seit fünfzehn Jahren bin ich von Frankreich abweſend; ich habe es nur zweimal wieder geſehen, und das zweite Mal vor bald vier Jahren ver⸗ laſſen. Wer iſt dieſe Gräfin von Charny, wenn ich fragen darf?“

„Die Freundin, die Vertraute der Königin; die ſehr angebetete Frau des Grafen von Charny, eine Schönheit und eine Tugend zugleich, kurz ein Wunder.“

„Nun, ich kenne dieſes Wunder nicht.“

„Wenn dem ſo iſt, mein lieber Doctor, ſo bleiben Sie dabei ſtehen, daß Sie das Spielzeug einer politi⸗