haftsbefehl. Sie wiſſen, daß ich ſo wenig als möglich unterzeichnete, und dieſes möglichſt Wenige belief ſich noch auf viertauſend jährlich. Ueberdies habe ich im Augenblick meiner Abreiſe bemerkt, daß man mich einige, bei denen der Platz für den Namen noch weiß war, hatte unterzeichnen laſſen. Der Ihrige, mein Herr, wird zu meinem großen Bedauern einer von dieſen ge⸗ weſen ſein.“
„Damit ſagen Sie mir, mein Herr, daß ich in S Weiſe meine Einkerkerung Ihnen zuzuſchreiben
abe?“
„Nein, gewiß nicht.“
„Aber, Herr Baron,“ verſetzte Gilbert lächelnd, „Sie begreifen meine Neugierde; ich muß wiſſen, wem ich für meine Gefangenſchaft zu Dank verpflichtet bin. Haben Sie alſo die Güte, es mir zu ſagen.“
„Oh! nichts kann leichter ſein. Ich habe aus Vorſicht meine Brirfe nie im Miniſterium gelaſſen, ſondern ſie jeden Abend hieher gebracht. Die von dieſem Monat ſind in der Schublade B. dieſes Schrankes. Suchen wir in dem Bunde den Buchſtaben G.“
Necker öffnete die Schublade und durchblätterte einen ungeheuren Bund, der fünf bis ſechs hundert Briefe enthalten konnte.
„Ich behalte nur die Briefe, welche ihrer Natur nach meine Verantwortlichkeit zu ſichern im Stande find. Eine Verhaftung, die ich vornehmen laſſe, iſt ein Feind, den ich mir mache. Ich muß alſo den Streich parirt haben. Das Gegentheil würde mich ſehr in Erſtaunen ſetzen. Sehen wir G. G das iſt es. Ja, Gilbert. Das kommt Ihnen vom Hauſe der Königin zu, mein lieber Herr.“
„Ah! ah! vom Hauſe der Königin!“
„Ja, Begehren eines Verhaftsbefehls gegen Einen Namens Gilbert. Kein Gewerbe. Schwarze Haare, ſchwarze Augen. Folgt das Signalement. Begibt ſich
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