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Charakter des Vaters und des Sohnes kannte, Billot
betrachtete aufmerkſam die Scene, welche unter ſeinen Augen vorging.
So ſehr der Knabe ſich ſchwach, reizbar in der Verzweiflung gezeigt hatte, ebenſo ruhig und zurück⸗ haltend zeigke er ſich in der Freude.
Als er ſeinen Vater ſah, erbleichte er, und es fehlte ihm die Sprache. Ein kleiner Schauer lief über ſeine Lippen.
Dann warf er ſich Gilbert mit einem einzigen Freudenſchrei, der einem Schmerzensſchrei glich, um den Hals und hielt ihn ſtillſchweigend in ſeinen Armen.
Der Doctor erwiederte mit demſelben Schweigen dieſes ſtille Umfangen. Nur, nachdem er ſeinen Sohn umarmt hatte, ſchaute er ihn lange mit einem mehr traurigen, als freudigen Lächeln an.
Ein geſchickterer Beobachter als Billot würde ſich geſagt haben, es walte ein Unglück oder ein Verbrechen zwiſchen dieſem Knaben und dieſem Manne ob.
Der Knabe war weniger zurückhaltend gegen Billot. Sobald er etwas Anderes ſehen konnte, als ſeinen Vater, der ſeine ganze Aufmerkſamkeit in Anſpruch genommen hatte, lief er auf den guten Pächter zu, umſchlang deſſen Hals mit ſeinen Armen und ſagte:
„Sie ſind ein braver Mann, Herr Billot, Sie haben mir Wort gehalten, und ich danke Ihnen.“
„Ho! ho!“ rief Billot,„das iſt nicht ohne Mühe abgegangen, Herr Sebaſtian; Ihr Vater war hübſch eingeſperrt, und man mußte nicht wenig Schaden an⸗
richten, ehe man ihn herausbringen konnte.“
„Sebaſtian,“ fragte der Doctor mit einer gewiſſen Beſorgniß,„Du biſt geſund?“
„Ja, mein Vater,“ antwortete der junge Menſch, „obgieich Sie mich im Krankenzimmer finden.“
Gilbert lächelte.
„Ich weiß, warum Du hier biſt,“ ſagte er.
Der Knabe lächelte ebenfalls.
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