Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 27.-33. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Der König wandte ſich erſtaunt um und erkannte Gilbert.

„Guten Morgen, Herr Gilbert,“ ſagte er.

Sodann zu Santerre:

„Sie kennen Herrn Gilbert: er war einſt mein Arzt; nicht wahr, Sie werden ihm alſo nicht zürnen, daß er mich gegrüßt hat?“

Das Verhör begann.

Hier fängt das Blendwerk des Unglücks an vor der Oeffentlichkeit zu verſchwinden; der König antwortete nicht nur auf die Fragen, die man an ihn richtete, ſon⸗ dern er antwortete ſogar ſchlecht, zögernd, mit Winkel⸗ zügen, leugnend, ſein Leben ſtreitig machend, wie es ein Provinzadvocat eine Frage über eine gemeinſchaftliche Mauer plaidirend hätte machen können.

Das helle Tageslicht ſtand dem armen König nicht an.

Das Verhör dauerte bis um fünf Uhr.

Um fünf Uhr wurde der König in den Saal der Conferenzen geführt, wo er ſeinen Wagen erwartete.

Der Maire näherte ſich ihm und fragte:

„Haben Sie Hunger, mein Herr, wollen Sie etwas

zu ſich nehmen?“

„Ich danke Ihnen,“ erwiederte der König, mit einer

Geberde der Weigerung.

Doch faſt in demſelben Angenblicke, als er einen Grenadier ein Brod aus ſeiner Taſche ziehen und die Hälfte davon dem Procurator der Commune Chau⸗ mette geben ſah, trat er auf dieſen zu und fragte ihn:

„Wollen Sie mir ein Stück von Ihrem Brode geben, mein Herr?“

Da er aber leiſe geſprochen hatte, wich Chaumette zurück und ſagte:

„Sprechen Sie laut, mein Herr!“

„Ah! ich kann laut ſprechen,“ erwiederte der König,