Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 27.-33. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

en ie

ief nſt

en er ſ⸗ r⸗

h,

it

5

313

tete ſich; Alles das ſtickte mit goldenen Arabesken die düſtere Legende vom Märtyrer.

Das Königthum vom Tode getroffen, aber der König lebend erhalten, das war ein großer, mächtiger Gedanke, ſo groß und ſo mächtig, daß er nur wenigen Menſchen in den Kopf kam, und dieſe, ſo unpopulär war er,

wagten es kaum, ihn auszudrücken.

Ein Volk hat nöthig, daß man es rettet; doch es hat nicht nöthig, daß man es rächt, ſagte Dan⸗ ton bei den Cordeliers.

Allerdings muß man den König richten, ſpricht Grégoire im Convent,doch er hat ſo viel für die Ver⸗ achtung gethan, daß kein Platz für den Haß da iſt!

Payne ſchrieb:

Ich will, daß man den Prozeß mache, nicht gegen Ludwig XVI., ſondern gegen die Bande der Könige; von dieſen Individuen haben wir eines in unſerer Ge⸗ walt: es wird uns auf den Weg der allgemeinen Con⸗ ſpiration bringen... Ludwig XVI. iſt ſehr nützlich, um Allen die Nothwendigkeit der Revolution darzuthun.

Die erhabenen Geiſter, Thomas Payne, und die großen Herzen, Danton, Grégoire, waren über dieſen Punkt einverſtanden: man mußte nicht den Proceß des Königs, ſondern den Proreß der Könige machen, und im Nothfalle mußte man bei dieſem Proceſſe Ludwig XVI. als Zeugen berufen. Frankreich als Republik, das heißt vollſährig, mußte in ſeinem Namen und im Namen der dem Königthum unterworfenen, das heißt minderjährigen, Völker verfahren; Frankreich ſaß dann nicht mehr als ein irdiſcher Richter, ſondern als göttlicher Schiedsrichter; es ſchwebte in höheren Sphären, und ſein Wort ſtieg dann nicht mehr zum Throne empor, wie ein Spritzer von Koth und Blut: es fiel auf die Könige wie ein Ausbruch von Blitz und Donner.