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Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 27.-33. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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gen. Beſchloß England, ſich zu ſchlagen, ſo würde er ſich mit beiden Armen ſchlagen: mit einem Arme für Preußen, mit dem andern für England; zogen aber die Engländer, ſeine Herren, das Schwert nicht aus der Scheide, ſo war er ganz bereit, das ſeinige wieder ein⸗

Am 29. legte nun Braunſchweig im Rathe Briefe von England und von Holland vor, die ſich weigerten, der Coalition beizutreten. Ueberdies marſchirte Cuſtine gegen den Rhein, Koblenz bedrohend, und war Koblenz genommen, ſo war das Thor, um nach Preußen zurück⸗ zukehren, für Friedrich Wilhelm verſchloſſen.

Dann gab es etwas noch viel Ernſteres, viel Ge⸗ wichtigeres, als Alles dies! Zufällig hatte der König von Preußen eine Geliebte, die Gräfin von Lichtenan.. Sie war der Armee gefolgt, wie Jedermann, wie Göthe, der in einem Fonrgon Seiner Preußiſchen Ma⸗ jeſtät die erſten Scenen von ſeinem Fauſt ſkizzirte; ſie zählte auf die militäriſche Promenade: ſie wollte Paris ſehen.

Mittlerweile hatte ſie ſich in Spaa aufgehalten. Hier hatte ſie den Tag von Valmy erfahren und ver⸗ nommen, welche Gefahren ihr königlicher Liebhaber ge⸗ laufen war. Sie fürchtete im höchſten Grade zwei Dinge, die ſchöne Gräfin: die Kugeln der Franzoſen, das Lä⸗ cheln der Franzöſinnen. Sie ſchrieb Briefe über Briefe, und die Poſtſcripta dieſer Briefe, das Reſumé des Ge⸗ dankens von derjenigen, welche ſie geſchrieben, war das Wort: Komm zurück!

Der König von Preußen wurde in Wahrheit durch nichts mehr zurückgehalten, als etwa dadurch, daß er ſich ſchämen mochte, Ludwig XVI. zu verlaſſen. Alle dieſe Erwägungen wirkten auf ihn; nur waren die zwei mäch⸗ tigſten die Thränen ſeiner Geliebten und die Gefahr, der Koblenz preisgegeben.

Nichtsdeſtoweniger drang er darauf, daß man Lud⸗