Frankreich befürchtete für ſeine Freiheit und für ſein Eigenthum; und, ſeltſam! wer befürchtete beſonders für ſein Eigenthum? Die neuen Eigenthümer, diejenigen⸗ welche am Tage vorher gekauft hatten, welche noch drei Liertel von ihrem Kaufe ſchuldig waren! Dieſe waren Con⸗ ſervative geworden, mehr als die alten Adeligen, als die alten Ariſtokraten, kurz als die alten Eigenthümer. Die Letzteren zogen ihr Leben ihren ungeheuren Beſitzungen vor, und zum Beweiſe dient, daß ſie ihre Güter verlaſſen hatten, um ihr Leben zu retten, während die Bauern, die Käufer der Nationalgüter, die Eigenthümer von geſtern ihren kleinen Winkel Erde ihrem Leben vorzogen, mit dem Gewehre in der Hand darüber wachten und um keinen Preis der Welt ausgewandert wären!
Danton hatte das begriffen; er hatte begriffen, es ſei gut, nicht nur diejenigen, welche Eigenthümer ſeit geſtern waren, zu beruhigen, ſondern auch diejenigen, welche es morgen werden ſollten; denn der große Ge⸗ danke der Revolution war:„Alle Franzoſen müſſen Eigen⸗ thümer ſein; das Eigenthum macht den Menſchen nicht immer beſſer, aber es macht ihn würdiger, indem es ihm das Gefühl ſeiner Unabhängigkeit gibt.“
So faßte ſich auch der ganze Geiſt der Revolution in folgenden Worten von Danton zuſammen:
„Abſchaffung jeder Dictatur; Heiligkeit jedes Eigen⸗ thums; das heißt— Ausgangspunkt: der Menſch hat das Recht, ſich ſelbſt zu regieren; Zweck: der Menſch t Recht, die Frucht ſeiner freien Thätigkeit zu er⸗
alten.“
Und wer ſagte dies? Der Mann des 20. Juni, des 10. Auguſts, des 2. Septembers, dieſer Rieſe der Stürme, der ſich zum Steuermann machte und die zwei
Rettungsanker der Nationen: die Freiheit, das Eigen⸗ thum ins Meer warf.
Die Gironde begriff nicht: die ehrliche Gironde Die Gräfin von Charny. VI. 20


