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chen; da aber Niemand ſie ſelbſt bewachte, ſo beraubte man, geſchah es aus Unvorſichtigkeit oder aus Ruchloſig⸗ keit, in der Nacht beide Statuen ihrer unteren Kleider: — am andern Tage waren die zwei armen Göttinnen weniger als Frauen.
Das Volk ſtieß bei dieſem Anblicke ein Wuthgeſchrei ans; es bezüchtigte die Royaliſten, lief nach der Natio⸗ nalverſammlung, forderte Rache, bemächtigte ſich der Statuen, kleidete ſie wieder an und ſchleppte ſie zur Wiederherſtellung ihrer Ehre auf die Place Louis KV.
Später folgte ihnen das Schaffot dahin und gab denſelben am 21. Januar eine entſetzliche Genugthuung für den Schimpf, der ihnen am 28. Auguſt angethan worden.
An denſelben 28. Auguſt hatte die Nationalver⸗ ſammlung das Geſetz über die Hausſuchungen erlaſſen.
Das Gerücht uber die Vereinigung der preußiſchen und öſterreichiſchen Heere und von der Einnahme von Longwy durch den General Clerfayt fing an ſich zu verbreiten.
Alſo marſchirte, vom König, von den Adeligen und von den Prieſtern herbeigerufen, der Feind gegen Paris, und er konnte, vorausgeſetzt, daß ihn nichts aufhielt, in ſechs Etapen da ſein.
Was ſollte dann aus dieſem wie ein Krater bro⸗ delnden Paris werden, deſſen Stöße ſeit drei Jahren die Welt erſchütterten? Was jener Brief von Herrn von Bouillé geſagt hatte, ein frecher Scherz, über den man ſo viel gelacht, und der eine Wirklichkeit werden ſollte: es würde kein Stein auf dem andern bleiben.
Mehr noch: man ſprach als von etwas ganz Si⸗ cherem von einem allgemeinen, erſchrecklichen, unerbitt⸗ lichen Urtheile, das, nachdem es Paris vernichtet, die Pariſer vernichten würde. Auf welche Art und von wem wäre dieſes Urtheil geſprochen worden? Die Schriften jener Zeit ſagen es Euch; die blutige Hand der Com⸗


