Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 27.-33. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

140 Muſter von der des Alterthums die von Madame Roland dictirte, von Fräulein Kéralio auf dem Altar des Vater⸗ lands geſchriebene Petition tragend, deren blutige Blät⸗ ter man zerſtreut auf dem Marsfelde gefunden hatte, und die ſchon am 17. Juli 1791 die Republik verlangte.

Dann kamen rieſige Sarkophage, auf jene Wagen anſpielend, welche man am Abend des 10. Angnſts in den Höfen der Tuilerien belud und ſtöhnend von der Laſt der Leichen nach den Vorſtädten führte; ſodann Fahnen der Trauer und der Rache, den Tod für den Tod fordernd; ferner däs Geſetz, eine coloſſale Statue, mit einem Schwerte umgürtet. Ihr folgten die Richter der Tribunale, an deren Spitze das Revolutionstribunal vom 10. Auguſt marſchirte, das, welches ſich ent⸗ ſchuldigte, daß es nur einen Kopf täglich fallen mache!

Hierauf kam die Commune, die blutige Mutter dieſes blutigen Tribunals, in ihren Reihen die Statue der Frei⸗ heit, von derſelben Höhe wie die des Geſetzes, führend; endlich die Nationalverſammlung, jene Bürgerkronen tra⸗ gend, welche vielleicht die Todten tröſten, die aber ſo ungenügend für die Lebenden ſind.

Alles dies zog majeſtätiſch einher unter den düſteren Geſängen von Chénier, unter der ſtrengen Muſik von Goſſec, langſam ſchreitend wie die Rache, aber, wie ſie, mit ſicherem Fuße ſchreitend.

Ein Theil der Nacht vom 27. auf den 28. Auguſt verging in der Vollziehung dieſer Ceremonie, einer Tod⸗ tenfeier der Menge, wobei dieſe Menge, die Fauſt den leeren Tuilerien weiſend, die Gefängniſſe bedrohte, Sicherheitsfeſten, die man dem König und den Royaliſten gegen ihre Paläſte und ihre Schlöſſer gegeben hatte.

Als endlich die letzten Lämpchen erloſchen, die letz⸗ ten Fackeln in Rauch verwandelt waren, zog ſich das Volk zurück.

Die zwei Statuen des Geſetzes und der Freiheit blieben allein, um den ungeheuren Sarkophag zu bewa⸗