drückung durch den Siegelbewahrer Miromesnil ſeines Journals 1Ann6 litteraire,— Fréron hatte ſich voll Eifer den revolntionären Grundſätzen angeſchloſſen und gab den Orateur du Peuple heraus, oder war damals im Begriffe, ihn herauszugeben.
Am Abend des 9. Auguſt war er, wie geſagt, bei Camille Desmoulins, wo er mit Brune, dem zukünftigen Marſchall von Frankreich und mittlerweile Factor einer Druckerei, ſpeiſte.
Barbarcux und Rebecqui waren die zwei anderen Gäſte.
Eine einzige Fran wohnte dem Mahle bei, das einige Aehnlichkeit mit dem hatte, welches die Märtyrer machten, ehe ſie in den Circus gingen, und das man das Freimahl nannte.
Dieſe Frau war Lucile.
Ein ſanfter Name, eine reizende Frau,— ſie haben ein ſchmerzliches Andenken in den Annalen der Revolu⸗ tion hinterlaſſen.
Wir werden Dich nicht in dieſem Buche begleiten können, wenigſtens nicht bis zum Blutgerüſte, das Du beſteigen wollteſt, liebendes, poetiſches Geſchöpf, weil es der kürzeſte Weg war, um Deinem Gatten nachzufol⸗ gen; doch wir wollen es im Vorübergehen verſuchen, Dein Portrait mit zwei Federſtrichen zu ſkizziren.
Ein einziges Portrait iſt von Dir übrig, armes Kind! Du biſt ſo jung geſtorben, daß der Maler genöthigt geweſen iſt, Dich gleichſam im Fluge aufzu⸗ faſſen. Es iſt eine Miniature, die wir in der bewun⸗ derungswürdigen Sammlung des Oberſten Morin ge⸗ ſehen, eine Sammlung, welche man, ſo koſtbar ſie war, ſich beim Tode dieſes vortrefflichen Mannes zerſtreuen ließ, der mit ſo großer Gefälligkeit ſeine Schätze zu unſerer Verfügung ſtellte.
Auf dieſem Portrait erſcheint Lucile klein, hübſch, piquant ſogarz es iſt etwas weſentlich Plebejiſches in
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