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„Madame,“ erwiederte Gilbert,„Sie wiſſen, was ich Eurer Mojeſtät geſagt habe. So ſehr ich Varennes beklagte„
„Ja, ebenſo ſehr rathen Sie zu Gaillen!. Ha⸗ ben Sie Zeit, mit mir bis in die unteren Säle hinab⸗ zugehen, Herr Gilbert?“
„Gewiß, Madame.“
„Nun, ſo kommen Sie.“
Die Königin nahm den Weg über eine kleine Wen⸗ deltreppe, welche ſie in das Erdgeſchoß des Schloſſes führte.
Das Erdgeſchoß des Schloſſes war ein wahres La⸗ ger, ein Lager befeſtigt und vertheidigt durch die Schwei⸗ zer; alle Fenſter waren ſchon geblendet, wie die Kö⸗ nigin geſagt hatte.
Die Königin ging auf den Oberſten zu⸗
„Nun, Herr Maillardot,“ fragte ſie,„was ſagen Sie von Ihren Leuten?“
„Madame, ſie find, wie ich, bereit, für Eure Maje⸗ ſtät zu ſterben.“
Sie werden uns alſo bis aufs Aeußerſte ver⸗ theidigen?“
„Hat das Feuer einmal begonnen, Madame, ſo wird man es nur auf einen Befehl des Königs einſtellen.“
„Sie hören, mein Herr? Anßerhalb des Schloſſes kann Alles feindlich gegen uns geſiunt ſein, doch im Innern iſt uns Alles treu.“
„Das iſt ein Troſt, Madame, es iſt aber keine Sicherheit.“
„Wiſſen Sie, daß Sie ein Unglücksvogel ſind, Doctor?“
„Eure Majeſtät hat mich geführt, wohin ſie wollte; wird ſie mir nun erlanben, ſie in ihre Gemächer zurück⸗ zuführen?“
„Gern, Doctor; doch ich bin müde, geben Sie mir den Arm.“
Die Gräfin von Charny. VI. 24


