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„Ja, mein Herr, und wie Sie ſehen, ſchicken ſie ſich an, die Fenſter zu blenden,*) wobei ſie nur Schieß⸗ ſcharten, um zu feuern, reſerviren.“
Gilbert ſchaute die Königin traurig an. „Was haben Sie, mein Herr?“ fragte Marie An⸗ tvinette.
„Oh! Madame, ich beklage Sie aufrichtig, daß Sie Ihr Gedächtniß genöthigt haben, dieſe Namen zu behal⸗ ten, und Ihren Mund, ſie auszuſprechen.“
„Was wollen Sie, mein Herr?“ erwiederte die Kö⸗ nigin;„es gibt Umſtände, wo ſich die Frauen zu Män⸗ nern machen müſſen: das iſt, wenn die Männer...“
Die Königin hielt inne. ⸗
„Doch,“ ſprach ſie, nicht ihren Satz, ſondern ihren Gedanken vollendend,„doch diesmal iſt der König ent⸗ ſchloſſen.“
„Madame,“ verſetzte Gilbert,„ſobald Sie zu der entſetzlichen Extremität entſchloſſen ſind, aus der ich Sie Ihren Sicherheitshafen machen ſehe, hoffe ich, daß Sie alle Zugänge des Palaſtes in Vertheidigungsſtand ge⸗ ſetzt haben: ſo, zum Beiſpiel, die Gallerie des Louvre.“
„In der That, Sie mahnen mich hieran... Kom⸗ men Sie mit mir, mein Herr, ich will mich verſichern, ob man den BVefehl vollzieht, den ich gegeben habe.“
Und die Königin führte Gilbert durch die Gemächer bis zur Thüre des Pavillon de Flore, der auf die Ge⸗ mäldegallerie geht.
Als die Thüre geöffnet war, ſah Gilbert Arbeiter beſchäftigt, die Gallerie auf eine Breite von zwanzig Fuß zu durchſchneiden.
„Sie ſehen,“ ſagte die Königin.
Sodann ſich an den Officier wendend, der die Ar⸗
beit leitete:
*) Die Frauzoſen haben hiefür das offenbar vom Deut⸗ ſchen entlehnte Wort blinder.


