Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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tengebände zurückziehen; ſo daß die Patrioten, die ſich in die Höfe wagen würden, zwiſchen drei Feuer geſtellt wären.

Was ſagen Sie hiezu, mein Herr? fragte die Königin.Rathen Sie Herrn Barbaroux und ſeinen fünfhundert Marſeillern immer noch, ſich in ihr Unter⸗ nehmen einzulaſſen?

Könnte mein Rath von ſo fanatiſirten Leuten, wie ſie ſind, gehört werden, ſo würde ich bei ihnen, einen Schritt thun dem ähnlich, welchen ich bei Eurer Ma⸗ jeſtät thue. Ich ermahne Sie, den Angriff nicht ab⸗ ich würde dieſe Leute ermahnen, nicht anzu⸗ greifen.

Und wahrſcheinlich würden ſie in ihrem Unterneh⸗ men fortfahren?

Wie Sie bei Ihrem Plane beharren werden. Ach! das iſt das Unglück der Menſchheit, daß ſie unabläßig Rathſchläge verkangt, um ſie nicht zu befolgen.

Herr Gilbert, entgegnete lächelnd die Königin, Sie vergeſſen, daß der Rath, den Sie uns zu geben die Güte haben, nicht erbeten worden iſt.

Das iſt wahr, Madame, erwiederte Gilbert, in⸗ dem er einen Schritt rückwärts machte.

Weshalb wir Ihnen nur um ſo dankbarer ſind, fügte die Königin, dem Doctor die Hand reichend, bei.

Ein bleiches Lächeln des Zweifels ſchwebte über die Lippen von Gilbert.

In dieſem Augenblicke wurden Wagen beladen mit ſchweren Bohlen öffentlich in die Höfe der Tuilerien eingeführt, wo ſie Männer erwarteten, in denen man unter ihren bürgerlichen Kleidern Militäre erkannte.

Dieſe Männer ließen die Bohlen ſechs Fuß lang und drei Zoll dick ſägen. 5

Wiſſen Sie, was für Leute das ſind? fragte die Königin.

Ingenieurs, wie es ſcheint, antwortete Gilbert.