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Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Nie iſt es mehr in Ihrer Macht gelegen, ihn zu befolgen, Madame, als in dieſem Momente.

So laſſen Sie hören.

Ich gebe Ihnen den Rath, zu fliehen.

Zu fliehen?

Ah! Sie wiſſen wohl, daß dies möglich iſt, Ma⸗ dame, und daß Ihnen nie eine ſolche Leichtigkeit hiezu geboten war.

Wie ſo?

Sie haben ungefähr dreitauſend Mann im Schloſſe.

Faſt fünftauſend, verſetzte die Königin mit einem Lächeln der Zufriedenheit,und das Doppelte auf das erſte Zeichen, das wir machen werden.

Sie brauchen kein Zeichen zu machen, das aufge⸗ fangen werden kann; Ihre fünftauſend Mann werden

genügen.

Nun wohl, Herr Gilbert, was müſſen wir nach Ihrer Anſicht mit unſern fünftauſend Mann thun?

Sich mit dem König und Ihren erhabenen Kindern in ihre Mitte ſtellen; die Tuilerien in dem Augenblicke verlaſſen, wo man es am wenigſten erwartet; zwei Mei⸗ len von hier zu Pferde ſteigen, Gaillon und die Nor⸗ mandie erreichen, wo man Ihnen entgegenharrt.

Das heißt, mich den Händen von Herrn von Lafay⸗ ette anvertrauen.

Dieſer hat Ihnen wenigſtens bewieſen, doß er er⸗ geben war.

Nein, mein Herr, nein! Mit meinen fünftanſend Mann und den fünftauſend, die auf dos erſte Zeichen, das wir machen, herbeieilen können, will ich lieber etwas Anderes verſuchen.

Was werden Sie verſuchen?

Die Empörung einmal für allemal zu erdrücken.

Ah! Madame, Madame! wie ſehr hatte er Recht, als er mir ſagte, Sie ſeien verurtheilt!

Wer dies, mein Herr?