Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Majeſtät iſt ein König beſonders ein Mann, der ſich rächt.

Der ſich vertheidigt, Herr Gilbert! denn Sie wiſ⸗ ſen, wir ſind öffentlich bedroht; man ſoll uns mit be⸗ waffneter Hand angreifen. Es ſind, wie man verſichert, fünfhundert Marſeiller, angeführt von einem gewiſſen Barbaronx, da, welche auf den Trümmern der Baſtille geſchworen, ſie werden nicht eher nach Marſeille zurück⸗ als bis ſie auf denen der Tuilerien gelagert

aben.

Ich habe das wirklich ſagen hören.

Und das hat Sie nicht lachen gemacht, mein Herr?

Das hat mich für den König und für Sie, Ma⸗ dame, erſchreckt.

So daß Sie kommen und uns vorſchlagen, wir mögen abdanken und uns auf Gnade und Ungnade in Hände von Herrn Barbaroux und ſeinen Marſeillern

eben?

Oh! Madame, wenn der König abdanken und durch das Opfer ſeiner Krone ſein Leben, das Ihre, das Ihrer Kinder ſichern könnte!

Sie würden ihm hiezu rathen, nicht wahr, Herr Gilbert?

Ja, Madame, und ich würde mich ihm zu Füßen werfen, daß er meinen Rath befolge!

Herr Gilbert, erlauben Sie mir, Ihnen zu ſagen, daß Sie nicht feſt in Ihren Meinungen ſind.

Ei! Madame, meine Meinung iſt immer dieſelbe... Meinem König und meinem Vaterlande ergeben, hätte ich den Einklang des Königs und der Conſtitution zu ſehen gewünſcht; von dieſem Wunſche und von meinen ſucceſſiven Tänſchungen rühren die verſchiedenen Rath⸗ ſchläge her, die ich Eurer Majeſtät zu geben die Ehre gehabt habe.

Und was für einen Rath geben Sie uns in dieſem Augenblicke, Herr Gilbert?