Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

360

Hand auszuſtrecken brauchte, um Robespierre zu leſen, ſo ſah Robespierre, auf welche Seite er ſich drehte, nur Robespierre.

In dieſes Allerheiligſte, in dieſes Tabernakel führte man Barbaronx und Rebecqui ein.

Die mitſpielenden Perſonen der Scene ausgenom⸗ men, vermöchte Niemand zu ſagen, mit welcher weit⸗ ſchweifigen Adreſſe Robespierre die Unterredung in An⸗ griff nahm; er ſprach zuerſt von den Marſeillern, von ihrem Patriotismus, von der Furcht, die er hege, ſelbſt die beſten Gefühle übertreiben zu ſehen; dann ſprach er von ſich, von den Dienſten, die er der Revolution ge⸗ leiſtet, von der weiſen Langſamkeit, mit der er den Lauf derſelben geregelt.

Doch dieſe Revolution, war es nicht Zeit, daß ſie inne hielt? war es nicht die Stunde, wo alle Parteien ſich vereinigen, den unter Allen volksbeliebten Mann wählen, ihm dieſe Revolution in die Hände legen und ihn beauſtragen mußten, ihre Bewegung zu lenken?

Rebecqui ließ ihn nicht weiter gehen.

Ah! ſagte er,ich ſehe Dich kommen, Robes⸗

pierre!

Robespierre wich zurück, als ob ſich eine Schlange vor ihm erhoben hätte.

Da ſtand Rebecqui auf und rief:

Eben ſo wenig einen Dictator, als einen König! Komm, Barbaroux!

Und Beide verließen ſogleich die Manſarde des Un⸗ beſtechlichen.

Panis, der ſie dahin geführt hatte, folgte ihnen bis auf die Straße.

Ah! ſagte er,Ihr habt die Sache ſchlecht auf⸗ gefaßt, den Gedanken von Robespierre ſchlecht begriffen; es handelte ſich ganz einfach um eine momentane Auto⸗ rität, und verfolgte man dieſen Gedanken, ſo wäre gewiß Keiner mehr als Robespierre...