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unddreißig Jahre ſpäter vorgeſtellt zu werden die Ehre gehabt habe.
Er wurde krank.
Frau Duplay, welche für Robespierre ſchwärmte, erfuhr dieſe Krankheit, machte Mademviſelle Charlotte Vorwürfe, daß ſie ſie nicht von der Krankheit ihres Bruders unterrichtet, und verlangte, daß der Kranke zu ihr gebracht werde.
Robespierre ließ gewähren; ſein Wunſch, da er von den Duplay als Gaſt eines Angenblicks wegging, war geweſen, als Miethsmann zu ihnen zurückzukehren.
Frau Duplay ging alſo ganz in ſeine Combinatio⸗ nen ein.
Sie hatte auch von der Ehre geträumt, den Unbe⸗ ſtechlichen zu beherbergen, und ſie ſetzte eine enge, aber reinliche Manſarde in Bereitſchaft, wohin ſie die beſten und ſchönſten Meubles ihres Hauſes bringen ließ, um einem reizenden, blau und weißen Bette Geſellſchaft zu leiſten, einem Bette voll Coquetterie, wie es ſich für einen Mann geziemte, der ſich im Alter von ſiebenund⸗ zwanzig Jahren eine Roſe in der Hand haltend hatte malen laſſen. ⸗
In dieſer Manſarde ließ Frau Duplay durch den Geſellen ihres Mannes neue Fächer von Tannenholz anbringen, um Bücher und Papiere darauf zu legen.
Die Bücher waren nicht zahlreich: die Werke von Racine und von Jean-Jacques Rouſſean bildeten die ganze Bibliothek des ſtrengen Jacobiners; außer dieſen zwei Schriftſtellern las Robespierre kaum etwas Anderes, als Robespierre.
Alle andere Fächer waren auch beladen mit ſeinen Denkwürdigkeiten als Advokat und ſeinen Reden als Tribun.
Was die Wände betrifft, ſie waren bedeckt mit allen Portraits, welche die fanatiſche Frau Duplay vom groſ⸗ ſen Manne hatte finden können; wie Robespierre nur die


