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„Gib!“ ſagte Panis, als Sergent geendigt hatte.
Und er unterzeichnete nach Sergent.
Man konnte fortan ruhig ſein: ſobald die Marſeiller Patronen hatten, würden ſie ſich nicht ermorden laſſen.
Nachdem die Marſeiller bewaffnet ſind, empfängt die Nationalverſammlung eine donnernde Adreſſe, die ſie an dieſelbe richten; ſie empfängt ſie nicht nur, ſondern ſie läßt ſogar die Petitionäre zur Ehre der Sitzung zu.
Sie hat gewaltig Angſt, die Nationalverſammlung, dergeſtalt Angſt, daß ſie berathſchlagt, ob ſie ſich nicht nach der Provinz zurückziehen ſoll.
Vergniaud allein hält ſie davon ab. Und, mein Gott! warum? Wer wird ſagen, nicht um bei der ſchö⸗ nen Candeille zu bleiben, habe Vergniaud in Paris blei⸗ ben wollen? Uebrigens gleichviel!
„In Paris,“ ſpricht Vergniand,„muß man den Sieg der Freiheit ſichern, oder mit ihr untergehen! Veriaſſen wir Paris, ſo kann es nur ſein, wie Themi⸗ ſtokles, mit allen Bürgern, indem wir nichts als Aſche zurücktaſſen, und bloß einen Augenblick vor dem Feinde fliehen, um ihm ein Grab zu graben!“,
Alle Welt iſt alſo im Zweifel, alle Welt zaudert, Jeder fühlt die Erde unter ſich zittern und vefürchtet, ſie werde ſich unter ſeinen Schritten öffnen.
Am 4. Auguſt,— am Tage, wo die Nativnalver⸗ ſammlung die Proclamation der Section Mauconſeil verdammt, an dem Tage, wo die zwei Marſeiller durch Panis und Sergent Patronen an ihre fünfhundert Lands⸗ leute austheilen laſſen,— an demſelben Tage fand eine Verſammlung im Cadran⸗Bleu auf dem Boulevard du Temple ſtatt; Camille Desmoulins war für ſeine Rech⸗ nung und für die von Danton da; Carra führte die Feder und entwarf den Inſurrectionsplan.
Nachdem der Plan entworfen war, begab man ſich zu dem Exconſtituanten Antvine, der in der Rue Saint⸗


