amte: Sergent, der Mann von Danton; Panis, der Mann von Robespierre.
„Was wollen Sie?“ fragen die zwei Beamten.
„Patronen!“ antworten die beiden jungen Leute. „Es iſt ausdrücklich verboten, abzugeben,“ ſagt Panis.
„Verboten, Patronen abzugeben?“ verſetzt Einer der Marſeiller;„die Stunde des Kampfes naht aber heran, und wir haben nichts, um ihn auszuhalten!“
„Man hat uns alſo nach Paris kommen laſſen, um uns zu ermorden?“ ruft der Andere.
Der Erſte zieht eine Piſtole aus der Taſche.
Sergent lächelt.
„Drohungen, junger Mann?“ ſpricht er;„nicht mit Drohungen ſchüchtern Sie zwei Mitglieder der Com⸗ mune ein!“
„Wer ſpricht von Drohungen und Einſchüchterun⸗ gen?“ erwiedert der junge Maun;„dieſe Piſtole iſt nicht für Sie: ſie iſt für mich!“
Und er hält das Gewehr an ſeine Stirne und ruft:
„Pulver! Patronen! oder ſo wahr ich ein Marſeiller bin, ich zerſchmettere mir die Hirnſchale!“
Sergent hatte eine Künſtlereinbildungskraft, ein Franzoſenherz: er fühlte, daß der Schrei, den der junge Mann ausgeſtoßen, der Schrei Frankreichs war.
„Panis,“ ſagte er,„nehmen wir uns in Acht! tödtet ſich dieſer junge Mann, ſo wird ſein Blut auf uns zurückfallen!“
„Geben wir aber Patronen ab, ſo ſpielen wir um unſern Kopf.“
„Gleichviel! ich glanbe, die Stunde, um unſern Kopf zu ſpielen, iſt gekommen. In jedem Falle Jeder für ſich; ich ſpiele um den meinigen und überlaſſe es Dir, ob Du um den Deinigen nicht ſpielen willſt.“
Und er nahm ein Papier, ſchrieb den Befehl, den Marſeillern Patronen abzugeben, und unterzeichnete.


