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Barbaroux und Rebecqui erwarteten in Charenton Santerre mit ſeinen viertanſend Mann. 6
Santerre kam mit zweihundert Mann!
Vielleicht wollte er den Marſeillern, das heißt Fun den, den Ruhm eines ſolchen Handſtreichs nicht laſſen.
Die kleine Bande mit den glühenden Augen, mit den ſchwarzbraunen Geſichtern, mit den ſcharfen Worten durchzog ganz Paris vom Jardin du Roi bis zu den Champs⸗Elyſées, beſtändig die Marſeillaiſe ſingend. Warum ſollten wir ſie anders nennen, als man nannte?
Die Marſeiller ſollten auf den Champs⸗ Ciyſee lagern, wo man ihnen am andern Tage ein Bankett zu geben gedachte.
Das Bankett fand in der That ſtatt; doch zwiſchen den Champs⸗Elyſées und dem Pont Tournant, ein paar Schritte vom Gaſtmahle, waren die Grenadierbataillons der Section der Filles⸗Saint⸗Thomas aufgeſtellt.
Das war eine royaliſtiſche Garde, welche das Schloß dahin als einen Wall zwiſchen den Ankömmlingen und ihm geſtellt hatte.
Marſeiller und Grenadiere der Filles⸗Saint⸗Thomas rochen ſich gegenſeitig den Feind an. Man wechſelte zu⸗ erſt Schmähungen, dann Streiche; beim erſten Blute, das floß, riefen die Marſeiller zu den Waffen, ſprangen zu ihren in Pyramiden aufgeſtellten Gewehren und grif⸗ fen mit dem Bajonnet an.
Die Pariſer Grenadiere wurden durch dieſen erſten Anfall über den Haufen geworfen; zum Glücke hatten ſie die Tuilerien und ihre Gitter hinter ſich: der Pont Tour⸗ nant beſchützte ihre Flucht und erhob ſich wieder vor ihren Feinden.
Die Flüchtlinge fanden ein Aſyl in den Gemächern des Königs. Die Tradition behauptet, ein Verwunde⸗ ter ſei mit eigenen Händen von der Königin gepflegt worden.
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