351
Ueberall, wo ſie vorüberkamen, nannte man ſie Räuber.
Bei einem Halte, den ſie bei Orgon machten, er⸗ hielten ſie,— Worte und Muſik,— die Hymne von Ronget de 1 Jsle.
Barbaroux ſchickte ihnen dieſe Wegzehrung, damit ihnen der Marſch minder lang ſcheine.
Einer von ihnen entzifferte die Muſik und ſang die Worte; dann wiederholten Alle mit einem ungehenren Schrei den furchtbaren Geſang, der noch viel furchtbarer, als es Rouget de lIsle ſelbſt geträumt hatte.
Durch den Mund der Marſeiller gehend, hatte ſein Geſang den Charakter geändert, wie die Worte den Ausdruck.
Das war nicht mehr ein Geſang der Verbrüderung: es war ein Geſang der Vernichtung und des Todes; es war die Marſeillaiſe, das heißt die weithin ſchallende Hymne, die uns im Schvoße unſerer Mütter beben ge⸗ macht hat.
Die kleine Bande von Marſeillern erſchreckte, durch Städte und Dörfer ziehend, Frankreich durch den Eifer, mit dem ſie dieſes neue, noch unbekannte Lied ſang.
Als er ſie in Montereau wußte, lief Barbaroux zu Santerre, um ihn davon zu unterrichten.
Santerre verſprach ihm, die Marſeiller in Charenton mit vierzigtauſend Mann zu empfangen.
Man vernehme, was Barbaroux mit den vierzig⸗ tauſend Mann von Santerre und ſeinen fünfhundert Marſeillern zu thun gedachte:
Die Marſeiller an die Spitze ſtellen, mit einem An⸗ laufe das Stadthaus und die Nationalverſammlung über⸗ wältigen, über die Tuilerien hingehen, wie man am 14. Juli 1789 über die Baſtille hingegangen war, und auf den Ruinen des florentiniſchen Palaſtes die Republik proclamiren.


