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Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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der Revolution machte, deren Köpfe, ſo ſchön ſie waren, in einem Zwiſchenraume von vierzehn Monaten, der eine in der Hand des Henkers von Bordeaux, der andere in der Hand des Henkers von Paris erſchienen: der Erſte war Barbaroux, der Zweite Hérault de Séchelles.

Man höre, was Madame Roland von ihnen ſagt.

Barbaroux iſt leichten Sinnes; die Anbetungen, welche die ſittenloſen Frauen an ihn verſchwenden, ſcha⸗ den dem Ernſte ſeiner Gefühle. Sehe ich dieſe ſchönen jungen Männer zu ſtark berauſcht von dem Eindrucke, den ſie hervorbringen, wie Barbaronx und Hérault de Scéchelles, ſo denke ich unwillkürlich, ſie beten zu ſehr ſich ſelbſt an, um das Vaterland genng anzubeten.

Sie täuſchte ſich, die ſtrenge Pallas.

Das Vaterland war nicht die einzige, doch die erſte Geliebte von Barbarvux; wenigſtens liebte er es am Innigſten, da er für daſſelbe ſtarb.

Barbaroux war kaum fünfundzwanzig Jahre alt.

Er war geboren in Marſeille, von einer Familie von jenen kühnen Schiffern, welche aus dem Handel eine Poeſie gemacht haben. Was die Form, die Anmuth, die Idealität, das griechiſche Profil beſonders betrifft, ſo ſchien er in gerader Linie von einem der Phokäer ab⸗ zuſtammen, welche ihre Götter von den Ufern des Par⸗ naſſos nach denen der Rhone brachten.

Jung, hatte er ſich in der großen Kunſt der Rede geübt, in dieſer Kunſt, aus der ſich die Männer des Süden zugleich eine Waffe und einen Schmuck zu machen wiſſen, ſodann in der Poeſie, dieſer Blume des Par⸗ naſſos, welche die Gründer von Marſeille mit ſich vom Meerbuſen von Korinth nach dem Meerbuſen von Lyon*) verſetzten. Er hatte ſich ferner mit der Phyſik beſchäf⸗ tigt, und ſich mit Sauſſure und Marat in Correſpondenz geſetzt.