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Nach dem Manifeſte war ganz Frankreich ſtrafbar; jede Stadt oder jedes Dorf ſollte niedergeriſſen oder in Aſche verwandelt werden.— Was Paris, das zu Dor⸗ nen und Unkraut verdammte moderne Jeruſalem betrifft, ſo ſollte kein Stein davon auf dem andern bleiben.
Dies beſagte das Manifeſt, das von Koblenz an Tage des 28. mit dem Datum des 26. ankam.
Welcher Adler hatte es in ſeinen Klauen gebracht, daß er zweihundert Meilen in ſechs und dreißig Stun⸗ den zurückgelegt?
Man kann ſich die durch ein ſolches Stück hervor⸗ gebrachte Erploſion denken: es war die, welche ein auf die Pulverbüchſe fallender Funke hervorbringt.
Alle Herzen bebten, alle geriethen in Unruhe, alle ſchickten ſich zum Kampfe an.
Wählen wir unter allen dieſen Männern einen Mann, unter allen dieſen Typen einen Typus.
Wir haben den Mann ſchon genannt: es iſt Bar⸗ baroux.
Wir wollen es verſuchen, den Typus zu ſchildern.
Barbaroux ſchrieb, wie wir erwähnt, am Anfange des Juli an Rebecqui:„Schicke mir fünfhundert Mann, welche zu ſterben wiſſen.“
Wer war der Mann, der einen ſolchen Satz ſchrei⸗ ben konnte, und welchen Einfluß hatte er auf ſeine Landsleute?
Er hatte den Einfluß der Jugend, der Schönheit, des Patriotismus.
Dieſer Mann, das war Charles Barbaroux, ein ſanftes, reizendes Geſicht, das Madame Roland bis in ihrem ehelichen Gemache beunruhigte, das Charlotte Cor⸗ day bis am Fuße des Schaffots träumen machte.
Madame Roland fing an ſich ſelbſt zu mißtranen.
Warum mißtraute ſie ſich?
Er war zu ſchön!
Das war der Vorwurf, den man zwei Männern


