Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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kommt es, daß, während meine rechte Hand zitternd den Chor der Kinder, die Anrufung an den Genius Frankreichs ſchreibt, woher kommt es, daß meine linke Hand eine Thräne abwiſcht, welche nahe daran, auf das Papier zu fallen?

Davon, daß die heilige Marſeillaiſe nicht nur ein Kriegsgeſchrei, ſondern auch ein Erguß, ein Auf⸗ ſchwung der Bruderliebe iſt, daß die königliche, mäch⸗ tige Hand Frankreichs allen Völkern gereicht iſt, daß es immer der letzte Schrei der ſterbenden Freiheit, immer der erſte der wiedererſtehenden Freiheit ſein wird!

Wie iſt nun die in Straßburg unter dem Namen Rheinlied geborene Hymne plötzlich im Herzeu Frank⸗ reichs unter dem Namen Marſeillaiſe hervorgebrochen?

Das wollen wir unſern Leſern ſagen.

CXLI. Die fünfhundert Mann von Varbarour.

Am 28. Juli, als ſollte dadurch der Proclamation der Gefahr des Vaterlands eine Baſis gegeben werden, kam das Manifeſt von Koblenz. 5

Das war, wie geſagt, ein wahnſinniges Werk, eine Drohung, folglich ein Schimpf für Frankreich.

Der Herzog von Braunſchweig, ein Mann von Geiſt, fand das Manifeſt albern, doch über dem Herzog waren die Könige des Bundes; ſie erhielten das Schrift⸗ ſtück ganz abgefaßt von den Händen des Königs von Frankreich, und es wurde von ihnen ihrem General auferlegt.