Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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beteten, die Väter ſprachen:Geht, und ſterbt für Frank⸗ reich!

Und Alles dies beim Schalle der Glocken, beim Donner der Kanonen, bei dieſen zwei ehernen Stimmen, welche zu Gott ſprechen, die eine, um ſeine Barmherzig⸗ keit, die andere, um ſeine Gerechtigkeit anzurufen.

Bei einem dieſer Abgänge, der feierlicher war als die andern, weil er beträchtlicher, lud der Maire von Straßburg, Dietrich, ein würdiger, vortrefflicher Patriot, dieſe jungen Leute zu ſich ein, um bei einem Bankett mit den Officieren der Garniſon zu fraterniſiren.

Die zwei Töchter des Maire und zwölf bis fünf⸗ zehn von ihren Geſpielinnen, blonde, edle Mädchen des Elſaß, die man nach ihren goldenen Haaren für Nym⸗ phen von Ceres gehalten hätte, ſollten, nicht präſidiren bei dieſem Bankett, doch es wenigſtens verſchönern und durchdüften.

Unter der Zahl der Geladenen, ein gewöhnlicher Genoß des Hauſes Dietrich, ein Freund der Familie, war ein junger edler Hochburgunder Namens Rouget de 1 Jsle.

Wir haben ihn alt gekannt, und er ſelbſt, der ſie uns ganz mit eigener Hand ſchrieb, hat uns die Geburt dieſer edlen Kriegsblume erzählt, deren Erſchließen der Leſer beiwohnen ſoll.

Rouget de[Isle war damals zwanzig Jahre alt und lag als Officier vom Genie in Straßburg in Gar⸗ niſon.

Dichter und Muſiker, war ſein Piano eines von den Inſtrumenten, das man bei dieſem ungeheuren Con⸗ certe hörte; ſeine Stimme eine von denen, welche unter den ſtärkſten und patriotiſchſten ertönten.

Nie war ein mehr franzöſiſches, mehr nationales Feſt von einer glühenden Juniſonne beleuchtet worden.

5 Niemand ſprach von ſich, Alle ſprachen von Frank⸗ reich.