Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Ah! rief Madame Campan ganz freudig,haben Sie den Beiſtand von Herrn von Lafayette angenommen und werden Sie fliehen?

Den Beiſtand von Herrn von Lafayette? Oh! nein, Gott ſei Dank! ſagte die Königin mit einem Ausdrucke des Widerwillens, in dem man ſich nicht täuſchen konnte; nein, doch in einem Monat wird mein Neffe Franz in Paris ſein.

Sind Sie deſſen ſicher, Majeſtät? rief Madame Campan erſchrocken.

Ja, ſprach die Königin, Alles iſt entſchieden: es iſt ein Bündniß zwiſchen Oeſterreich und Preußen ab⸗ geſchloſſen; die zwei vereinigten Mächte marſchiren gegen Paris; wir haben die Marſchlinie der Prinzen und der verbündeten Heere, und wir können mit Sicherheit ſagen: An dem und dem Tage werden unſere Retter in Valen⸗ ciennes ſein au dem und dem Tage in Verdun an dem und dem Tage in Paris.

Und Sie befürchten nicht... 7

Madame Campan hielt inne.

Ermordet zu werden? vollendete die Königin ihren Satz.Das iſt wohl wahr, ich weiß es; doch wer nichts wagt, gewinnt nichts.

Und an welchem Tage hoffen die verbündeten Sou⸗ verains in Paris zu ſein? fragte Madame Campan.

Zwiſchen dem 15. und 20. Auguſt, antwortete die Königin.

Gott höre Sie! ſprach Madame Campan.

Gott hörte zum Glücke nicht; oder vielmehr er hörte und ſandte Frankreich eine Hülfe, auf die es nicht rech⸗ nete: die Marſeilkaiſe.